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2018: Da kann man nix machen

Teil 1 meiner Hörgeschichte

2018 ging ich das erste Mal zu Dr. Kurzgebunden, weil mein Mann sich beschwerte, dass der Fernseher immer so laut sei.

Es wurde ein Tonaudiogramm und ein Sprachaudiogramm gemacht. Man sagte mir: „Sie hören auf einem Ohr schlechter, das geht über alle Frequenzen, da kann man nix machen.“

Naja, heute weiß ich: Das Tonaudiogramm war o.k., das Sprachverstehen im Störgeräusch wohl etwas auffällig. Thema erledigt, keine weiteren Anweisungen.

So ging ich also dahin…

2023 hatte ich COVID und danach passierte etwas Spannendes… oder eher: Mir fiel auf, dass auf einmal alles so laut war.

Mein Nachbar aus der Wohnung über mir ging 2021/2022 wohl ins Homeoffice – genauso wie ich mit dem Büro über meinem. Bereits morgens um 6:30 Uhr begann es in der Wohnung über mir zu rumoren: Schleifgeräusche, Stühle rücken, Schubladen anschlagen, Staubsaugergeräusche, nicht zuordenbare Geräusche, Klackern… Das ging so munter den ganzen Tag bis 22:30 Uhr. Still war es nur, wenn er nicht da war. Ansonsten hatte ich eine stetige Geräuschkulisse, nicht laut, aber stündig.

2025 war ich an einem Punkt, an dem ich das als unaushaltbar definierte. Ich war genervt, gereizt, mein Kopf angespannt, und ich war völlig erschöpft und krass geräuschempfindlich.

Ja, ich hatte schon immer das Gefühl, ich höre das Gras wachsen, bin eher hellhörig und bekomme alles überall mit. Mein Mann meinte mal, mein System hätte keinen Filter und alles wird halt schnell zu viel, zu laut, zu intensiv.

Aber zu diesem Zeitpunkt war ich einfach nur noch fertig, körperlich durch Long COVID und eine Herzthematik und irgendwie im Kopf – und jedes komische Geräusch war eines zu viel.

Published in2025Hör-wärts