Teil 8 meiner Hörgeschichte
Der nächste Termin verlief nicht wirklich anders als der davor. Auf meine Frage, ob vielleicht ein anderes Gerät zu mehr Sprachverständlichkeit bei Hintergrundgeräuschen beitragen könnte, wurde rein gar nichts gesagt. Es wurde beim Signia ein wenig was verstellt, und ich sollte es wieder ausprobieren.
Bei einem der nächsten Termine wechselten wir auf ein Widex-Gerät. Das drückte jedoch trotz Dom im Ohr und hatte ein seltsames Eigenrauschen, das ich nicht länger als eine Stunde aushalten konnte. Es war also nur ein sehr kurzer Test. Zurück zu Signia.
Das Ohr tat weh, der Kiefer tat weh, das Gesicht tat weh… Ich wusste ja, dass so etwas dauern kann, bis es sich beruhigt. Geduldig sein…
Nur: Verdammt noch mal, ich war nicht mehr geduldig!
Inzwischen hatten wir März, ich war seit über fünf Monaten auf diesem Weg – und außer im Eins-zu-eins verstand ich eigentlich nach wie vor nichts. Ich war so verzweifelt. Beim Einkaufen trug ich mittlerweile Noise-Cancelling-Kopfhörer, aber so verstand ich natürlich meinen Mann auch nicht mehr.
Und dann passierte etwas Komisches. Ich hatte vor 26 Jahren beruflich Gebärdensprache gelernt, und genau in dieser verfahrenen Situation kam sie plötzlich wieder durch. Ich begann zu gebärden.
Dabei kam mir die Idee: Das wäre doch eine fantastische Möglichkeit für Situationen mit meinem Mann, in denen die Verständigung gerade so schwierig ist! Wir könnten gemeinsam einen Gebärdensprachkurs machen.
Irgendwie war das in all dem Frust auf einmal ein echter Lichtblick.
