Teil 10 meiner Hörgeschichte
Getrieben von dieser Frage und auf der Suche nach Perspektiven und Möglichkeiten, ob in Sachen Gebärdensprache oder Hörlösungen, stieß ich auf die Schwerhörigenseelsorge der Evangelischen Kirche und dort gab es eine Hörberatung.
Ich konnte es nicht fassen – jemand, der unabhängig berät, Fachwissen hat und mit dem ich vielleicht mal all meine offenen Fragen, mein Chaos im Kopf, mein „Mir geht es immer schlechter und ich weiß nicht weiter“ besprechen und klären konnte.
Verzweifelt – im Zweifel – und noch immer im Gesichts- und Ohrschmerz… Ich schrieb eine Mail, ich machte einen Termin.
Perspektive – Lichtblick – Hoffnung.
Es kam eine Antwort von der Hörberatung mit der Bitte, alle Audiogramme mitzubringen.
Ich hatte keine Audiogramme. Es wurde zu Beginn ja nur ein Tonaudiogramm gemacht. Die vom HNO hatte ich nicht.
Also rief ich beim Akustikergeschäft an und fragte nach den Audiogrammen.
– „Die können wir Ihnen ausdrucken – oh, wir haben da gar keine, nur das eine… Wollen Sie vorbeikommen, dann kann die Kollegin das machen und Sie können das dann zu Ihrem Termin mitnehmen.“
– Ja natürlich – bitte doch!
Und so hatte ich einen Termin bei Frau Toll von der Hörberatung und zuvor einen Termin bei Frau Retterindernot.
Und das Ergebnis war dann doch eher ernüchternd.
Das Tonaudiogramm war gar nicht sooooo schlecht.
Die Geräuschempfindlichkeit (UCL) lag nur noch bei 65 dB, war also schlechter geworden, was letztlich die Hörgeräteeinstellungen wohl erschwert.
Und ein Sprachaudiogramm brachte die Erkenntnis, dass ich im Störgeräusch – also Supermarkt, Auto, Gruppen, Veranstaltung – nur noch 30 % Sprache verstehe und mit Hörgerät so 70 %, bei einer Lautstärke des Störgeräusches von 60 dB.
Jetzt sind die Störgeräusche für gewöhnlich eher lauter in der Welt da draußen. Und das spiegelt somit genau das wieder, was ich die ganze Zeit schon immer sagte: Im Störgeräusch verstehe ich so gut wie nix.
Ja, und mit diesen Erkenntnissen saß ich nun da. Verärgert darüber, dass all die Monate davor das nicht über ein Audiogramm überprüft wurde, obwohl ich meine Beschwerden geschildert habe.
Da Frau Retterindernot daraufhin gleich mal die Spracheinstellungen beim Hörgerät angepasst hat und ich einfach nur dankbar war, fragte ich sehr spontan, ob ich intern zu ihr wechseln könnte, da keimte einfach Hoffnung in mir.
Mit den Audiogrammen ging es dann zur Hörberatung zu Frau Toll…
