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DGS, das klappt schon viel besser als gedacht

Teil 16  meiner Hörgeschichte

Hanna und ich treffen uns gemeinsam mit meinem Mann in einem Park zum Spazierengehen. Spazierengehen – das, wo ich meist nichts mehr verstehe, weil der Kies zum Beispiel zu laut ist.

Ja, und hier war das ganz anders. Mein Mann war der, der eher weniger verstand. Die Hände flogen, die Worte flossen und die Gebärden waren so präsent in meinem Kopf und wir irgendwie so vertraut miteinander.

Okay, für tiefgründige und hochtrabende Kommunikation reicht es ganz sicher noch nicht, und Hanna ist geduldig, wiederholt die Gebärden zum x-ten Mal … aber wir brauchten keinen Stapel Papier. Das Handy und vielleicht zehn geschriebene Worte, weil ich partout nicht geschnallt habe, was die Gebärde heißen sollte.

Wir haben über alte Zeiten, Urlaub und das Leben und auch ein wenig über die Zeiten im Internat gesprochen und sind danach noch gemeinsam essen gegangen. In ein Restaurant! Und haben uns dort einfach weiter unterhalten. Hach, es war einfach schön und es tat so gut.
Für mich ein Stück „Normalität!“

Es ist schön, sich wiedergefunden zu haben und wieder ein Stück gemeinsam den Weg zu gehen. Wir werden uns wieder sehen, so der Plan.

Jetzt stand nur die Frage im Raum:

Wie findet man nun eine Lehrerin für Gebärdensprachunterricht?

Kurse gibt es an der Volkshochschule, ja. Ist nur nicht so mein Ding – Anfahrt, Gruppe, jede Woche … allgemeine Inhalte. Ich lerne das ja nicht, weil es interessant ist. Ich möchte es lernen, um es zu leben. Nicht als Hobby.

Zum einen für meine eigene Kommunikation, für die Gespräche mit Hanna, mit meinem Mann und ganz grundsätzlich für mein Leben. Damit ich wieder mit Menschen in Kontakt sein kann – auch dann, wenn die Welt um mich herum zu laut ist und Sprache unverständlich wird.

Spazierengehen, Alltag, Freizeit … ganz normales Leben eben. Gut, wahrscheinlich trage ich dabei Noise-Cancelling-Kopfhörer – aber: Leben!

Also gesucht wurde: Einzelunterricht in Nürnberg bei einer gehörlosen Gebärdensprachdozentin. Damit ging ich los und recherchierte, schrieb E-Mails – so einige – und nichts passierte …
Ich recherchierte weiter, schrieb weitere E-Mails und bekam irgendwann eine Antwort, bei der ich nicht wusste, ob sie mir tatsächlich weiterhelfen würde.

Kennst Du die Geschichte von Asterix und Obelix mit dem Passierschein A38? Wenn nicht, schau einfach mal auf YouTube … aber genau so war das. Und einige Wege und Passierscheine später hatte ich es geschafft!

Ein Termin für Gebärdensprachunterricht steht in meinem Kalender …

Ja, und so geht Hör-wärts nun endlich auch mal vorwärts.
Gerade ist überall Sommerpause, aber im September starte ich mit:

  • Logopädie bei Frau Geheimtipp
  • DGS-Unterricht bei Frau Mon Chéri – wie ein Schatz, den ich nach langem Suchen gefunden habe
  • und weiteren Terminen bei Frau Herz-Ganzohr.
  • dazu noch ein bisschen akustische Auszeit auf Amrum …
  • natürlich fleißig Vokabeln lernen
  • und im Oktober Gebärdensprachkurs DGS 3+4

Klingt irgendwie doch ganz gut und entspannt und hat Perspektive.

Ich werde natürlich erzählen, wie das Ganze weitergeht … aber jetzt ist erstmal JETZT!

Published in2026Hör-wärts